Transporte nach Brüssel

14. August 2008

Hallo liebe Freunde!

 

Leider schon wieder schlechte Nachrichten: Nachdem die Garage wieder zugänglich war (siehe letzter Bericht) haben wir frohen Mutes mal wieder den Hänger voll geladen und uns auf den Weg nach Brüssel gemacht.

Leider sind wir wieder nicht weit gekommen. Nach 20 km gingen wieder die Warnlampen am Auto an und wir mussten in die Werkstatt.

Nach diesen ganzen Pannen haben wir uns entschlossen, die Pakete nicht mehr mit dem Hänger zu Transportieren. Wir sind jetzt dringend auf der Suche nach einem Transporter, den wir selbst nach Brüssel fahren, bzw. einer Spedition, die unsere Sachen mitnimmt.

Vielleicht hat ja einer von Euch eine Idee?

Wir werden auf jeden FAll hier wieder über den weiteren Verlauf berichten.

Bis da hin:

 

Euer Balu und seine Mädels

Transport Brüssel

13. Juni 2008

Hallo, liebe Freunde von Petite Flamme.

Ich wollte mich nur mal schnell melden.

Leider wird sich der Transport der Spenden nach Brüssel weiter verschieben.

Anfang März hatten wir ja einen Motorschaden auf dem Weg nach Belgien.

Nach unserem Urlaub mussten wir leider feststellen, das vor unserer Garage in der wir die Spenden sammeln eine Straßenbaustelle ist.Diese ist bis jetzt immer noch nicht zum Abschluss gekommen und eine Zufahrt mit Hänger ist nicht möglich!
Ich hoffe, das wir spätestens Anfang Juli noch einmal einen Versuch starten können.

Ich halte euch auf jeden Fall auf dem laufenden.

Viele Grüße

Balu

Hallo!

27. Mai 2008

Hallo liebe Paten!

Mein Name ist Maren Wolff, ich bin 17 Jahre alt, und wohne in Hannover.

Meine Zwillingsschwester Sarah und ich, haben letztes Jahr unsere 6-wöchigen Sommerferien in Kinshasa, beim Fokolar und in der Schule Petite Flamme Ndolo verbracht. Dort haben wir mit den Kindern der “Ecole Maternel” (Kindergarten) gespielt, mit ihnen gemalt, Briefe an Sie, ihre Paten, verfasst, und ganz viele Fotos gemacht.  Dabei haben wir Noella kennengelernt, für die unsere Eltern und wir sogleich eine Patenschaft übernommen haben.

Es war eine sehr schöne und erfahrungsreiche Zeit, in der wir viele tolle Menschen kennengelernt haben. Wie zum Beispiel die Kinder, die Studentinnen, mit denen wir diese sechs Wochen zusammen gewohnt haben und die Mitarbeiter vom Fokolar, die vor Ort soviel für die Menschen tun, die uns in dieser Zeit alles sehr ans Herz gewachsen sind. Dementsprechend schwer fiel uns dann auch der Abschied nach den sechs, eigentlich viel zu kurzen Wochen, und wir mussten den Kleinen versprechen,  dass wir auf jeden Fall wiederkommen werden.

Dieses Versprechen werden wir nun in unseren diesjährigen Sommerferien einlösen. Am 9. Juli, unserem letzten Schultag werden wir wieder nach Kinshasa fliegen, diesmal allerdings leider nur für 5 Wochen. Wir werden wieder ganz viele Fotos machen und mit den Kindern spielen.
Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und wir freuen uns schon sehr auf diese Zeit und werden, vielleicht auch von Kinshasa aus, wenn es der Strom zulässt, berichten.

Liebe Grüße

Maren & Sarah

Patenbrief 2008

16. Januar 2008

Liebe Paten, liebe Freunde, liebe Förderer,

hier habe ich die Informationen aus verschiedenen emails, die mich in diesem neuen Jahr von Edeltraud Strugholtz erreichten, für Sie zusammengetragen. Sie schrieb die Tage:

„Bei unserer gestrige Weihnachtsfeier für Kinder und Familien der Fokolarbewegung in Kinshasa waren um die 1500 Mitglieder, davon allein um die 1000 Kinder.

Unsere Theatergruppe hat die Legende des vierten Königs dargestellt. Unglaublich stark!

Diese Theatergruppe ist dabei, sich professionell aufzustellen, unter der Regie von Constance Mwambisi, die ihr Diplom an der Hochschule für Theaterdarstellungen absolviert hat und nun dabei ist, die Lizenz zu machen. Wir sind sehr stolz auf sie!

Die großen blinden Jugendlichen von “Petite Flamme” haben mit 3 Liedern zum Programm beigetragen. Es war ein sehr bewegender Augenblick.

Constance hat auch ihre Arbeit mit der Theatergruppe in “Petite Flamme”, Programm “Friedenserziehung”, wieder aufgenommen.

Hier ein paar Nachrichten von meinem Besuch in Kikwit:

Alle grüßen Euch ganz, ganz herzlich! Sie haben “ihren Papa und ihre Mama Admiral” nicht vergessen und grüßen stellvertretend durch Euch die deutschen Paten und Spender von Herzen.

Die beiden kleinen Zwillingspaare erschienen gleich am ersten Tag im Outfit von “Papa Admiral!” Welche Freude über die Geschenke!

Doch die Augen von dem weißen Hasen, - so etwas hatten sie noch nicht gesehen! Zur Sicherheit fing Laure immer gleich an zu weinen, wenn sie den weißen Hasen sah und hörte aber genauso schnell wieder auf. Am Ende zog sie sehr glücklich mit ihren Geschenken ab, den Hasen aber überließ sie Laurienne!

Es war eine große Freude, die Dankbarkeit der Eltern von Nicole und Desirée (gemischtes Zwillingspaar) und des Vater von Laure und Laurienne zu erleben.

 

In Kikoti ist das zweite Schulgebäude fertig gestellt.

Beim Besuch des Trappistenklosters in Kikwit-Kikoti konnten wir Klarheit über den ausstehenden Brunnenbau bekommen. Sie sind inzwischen bei einer Tiefe von 10 Metern und noch nicht auf Wasser gestoßen. Bis zu 13 Metern wollen sie es in der Trockenzeit versuchen. Wenn sie dann nicht auf Wasser stoßen, werden sie den Brunnen als Zisterne benutzen. Für einen Meter bezahlen sie 700 US$!

Für unseren Brunnenbau scheinen die Bedingungen, Wasser zu finden, sehr viel günstiger zu sein. Auf jeden Fall muss mit dem Bau absolut auf die kommende Trockenzeit gewartet werden.

Zurzeit regnet es sehr, sehr stark in Kikwit. Leider haben wir in den letzten Tagen eine sehr traurige Nachricht erhalten:

Ein gewaltiger Wolkenbruch, direkt in Kikwit-Plateau, hat mehrere Menschen, vor allem Kinder, in den Tod gerissen.

Eine Mauer unseres Gehöftes und Schulhofes (Haus des Schulleiters Kuvula) stürzte auch ein. Gemeinsam mit den betroffenen Familien bemüht sich unsere Gemeinschaft vor Ort, in diesem traurigen Moment Leid zu lindern.

Im Camp T. hat es Umstrukturierungen gegeben. Viele der Soldaten sind versetzt worden. Wir haben dort eine tolle Gruppe von etwa 130 Kindern, doch kann niemand voraussagen, wer wirklich bleibt. Wegen des Krieges im Osten gibt es eine große Fluktuation. Wir suchen jetzt alle unsere Kinder und ihre Familien dort auf, forschen nach Informationen. Drei Kinder konnten wir bis jetzt noch nicht erreichen. Das heißt aber erst einmal noch gar nichts. Es war Weihnachtszeit und Ferien. Wir dürfen da nichts überstürzen. Es ist uns mehrfach passiert, dass wir vorschnell Paten gebeten haben, sich für ein anderes Kind zu entscheiden und kurz darauf war es wieder da. Wir werden immer ehrlich berichten!

Was wir gestern hörten, ist allerdings außergewöhnlich:

ein Kind von „Petite Flamme” Mokali ist nach 4 Jahren wieder aufgetaucht! Stellt Euch das vor! Alle

waren ganz bewegt davon, am meisten der Schulleiter, Papa Romain. Ihm standen die Tränen in den Augen. Solche Kinder bekommen natürlich sofort wieder unsere Hilfe und einen Platz bei „Petite Flamme“.

Der Stadtteil Bribano, so berichteten wir im November, ist doch geräumt und die Menschen auf LKWs an den Stadtrand verbracht worden. Unser neues Bribano, dort am Stadtrand, haben sie ja  ”Cité d’espoir” (Siedlung der Hoffnung) genannt. Dort werden unsere Kinder nicht so schnell fortziehen, denn die Leute wollen da ansässig werden.

Im alten Bribano, wissen wir noch nicht, wie es weitergeht: es kann evtl. noch einmal eine neue “Aktion” geben! Und dann werden wieder alle Hütten geräumt und die Menschen verfrachtet!

Für die “Cité d’espoir” schicken wir demnächst Datenblätter der Kinder. Bitte versucht, ihnen durch Patenschaften zu helfen! Die Familien dort leben unter “baches” (Zeltplanen), und auch unsere “Schule unter dem Baum” findet unter einer “bache” statt. Wir warten ab, was nun die Regierung für diese Leute tut. Wir wollen eine richtige Schule oder einen “Hangar”, was immer da möglich sein wird. 

Hab ganz lieben Dank für die Aufstellung der Spenden und den Abgleich der so freundlichen und großzügigen Spenden der deutschen Paten und Förderer für 2007! Sag allen noch einmal unseren herzlichsten Dank!

Echt toll auch die Hilfe der Steinauer Gitarrengruppe für unsere blinden, musizierenden Kinder!!!

Wir können die Spende sehr gut gebrauchen, auch weil wir u.a. für einige unserer blinden Jugendlichen das Musikstudium finanzieren (an der INA, Institution Nationale des Arts).

Ich werde natürlich auch in Zukunft alle Spenden und Informationen ordentlich eintragen und Euch gleich über die jeweilige Verwendung informieren bzw. auf dem Laufenden halten.

Von der Spende für die Beschattung in Masina bleibt uns voraussichtlich etwas übrig. Sobald wir bescheid wissen, sage ich Euch Genaues. Gerne möchten wir von dem Rest Schulmaterialien und Stoffe für Uniformen kaufen. Wir haben ja auch sehr viele Kinder, die leider (noch) nicht von einer Patenschaft unterstützt werden. Geht das für die Spender in Ordnung?

Ein Blick auf die Kontoeingänge 2007, die wir von unserer Fokolarbewegung Solingen erhielten: An ihnen kann man sehen, wie wertvoll Eure Patenschaften sind! Sie gewähren wirklich die grundsätzliche finanzielle Basis für das jeweilige Kind. Die Kinder von  „Petite Flamme“ werden ja bekanntlich bis zum Erwachsenenalter betreut. Die einzige Voraussetzung  für eine langjährige Betreuung ist, dass die Kinder für uns erreichbar bleiben. „Petite Flamme“ ist jedoch immer sehr darum bemüht, die Kinder auch dann zu betreuen, wenn sie entfernt von unseren Filialen leben und sucht Wege, Hilfe dorthin zu bringen, wo die Kinder leben.

So erreichte uns diese Tagen ein Dankesbrief einer Familie, die von Kinshasa nach Kalo gezogen ist, etwa 150 km von Idiofa entfernt. Sie erhält dort weiterhin regelmäßig Unterstützung für ihre 5 Kinder. Der Vater schrieb: „Liebe Familie von Petite Flamme, wir sagen „Grüsst Gott“ und wir möchten Sie alle teilhaben lassen an der großen Freude unserer Familie. Mit aufrichtigem Herzen, zusammen mit unseren  Kindern, sagen wir Danke für die große Unterstützung, die Hilfe, die wir durch Sie auch hier erfahren.“

An momentanen Ausgaben kommt auch die folgende auf uns zu: Die Mauer in Kikwit, die bei der Überschwemmung einstürzte, muss erneuert werden und ein Rohrbruch in der Parzelle ist unbedingt zu reparieren, damit das Haus wieder fließend Wasser hat.

  

Vorgestern wurde in unserer Schule in Njili Brasserie der ganze Vorrat an Mais und alle Utensilien der Essenszubereitung gestohlen! So kommt ständig unvorhergesehenes Neues an Ausgaben auf uns zu.“

Damit hoffe ich, Sie alle wieder über unsere Gemeinschaft „Petite Flamme“ ins Bild gesetzt zu haben. Bitte bleiben Sie dabei, bleiben Sie IHREM Kind und/ oder Petite Flamme ein zuverlässiger Partner!

Vielen Dank!

Jule Müller + Henning Bess

P.S.

Dringend gesucht:

Wer hat gute Kontakte zu Firmen oder Vereinen, die uns bei der Friedenserziehung mit Sportartikeln für Mannschaftssport und auch Theaterutensilien helfen können?

Ich werde versuchen, auch dieses Jahr „Petite Flamme“  im Kongo wieder zu besuchen, um unsere gute Zusammenarbeit weiter voran zu bringen, unser aller  Kinder zu besuchen und Ihnen über Ihre Hilfe für Projekte zu berichten.

Jule Müller

 

Weihnachtsbrief aus Kinshasa

27. November 2007

Sozialprojekt „Petite Flamme“                                                                 Weihnachten 2007
Fokolarbewegung
DRKongo
Liebe Paten und Freunde des Sozialprojektes « Petite Flamme » !
Von ganzem Herzen wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes, Neues Jahr!
Mit diesem Schreiben möchten wir Ihnen allen, Familien und Freunden des Sozialprojektes „Petite Flamme“, unseren Dank für Ihre große Hilfe zum Ausdruck bringen. Dank Ihrer Unterstützung kann das Sozialprojekt « Petite Flamme » auf ein sehr fruchtbares Jahr zurückblicken.
Erlauben Sie uns, zu allererst die Grüsse der Kinder an alle Soldaten auszurichten, die im Rahmen der EUFOR-Mission 2006 in Kinshasa waren, und die ihre so sehr geliebten Paten und Freunde geworden sind. Die Kinder sprechen immer wieder von Ihnen! Umso wertvoller war es, als im Juni dieses Jahres, stellvertretend für Sie alle, Flottenadmiral Henning Bess und seine Ehefrau Julie Müller ihr Versprechen einlösten, mit dem Sie sich 2006 verabschiedet hatten: „Wir werden Euch wieder besuchen“. „Petite Flamme“ hat schon viele Feste gefeiert, doch dieses Fest des Wiedersehens war von einer so großen Freude, dass es nur schwer in Worte zu fassen ist. Nicht zuletzt auch Dank der vielen Geschenke und der neuen Kleidung, die den Kindern einzeln überreicht wurden, waren Sie alle vertreten. So möchten wir an dieser Stelle ein ganz besonderes Dankeschön an Henning und Julie für diesen großartigen Einsatz sagen. Euer Besuch in „Petite Flamme“, in Kinshasa und in Kikwit, war für die Kinder und die Mitarbeiter von „Petite Flamme“ ein Höhepunkt im Jahr 2007!   
Wir möchten Ihnen von den Aktivitäten des vergangenen Jahres und den neuesten Entwicklungen im Sozialprojekt „Petite Flamme“ berichten. Das geschieht zu einem Zeitpunkt, in dem sich der Kongo nach seinen ersten demokratischen Wahlen in einer Phase des Wiederaufbaus und des Suchens nach sozialer Gerechtigkeit und dauerhaftem Frieden befindet.
Eine der wichtigsten Maßnahmen zugunsten aller Kinder von „Petite Flamme“ war die Einrichtung einer Art Krankenkasse. Es handelt sich dabei um eine Maßnahme innerhalb des Sozialprojektes, die den Kindern in Krankheitsfällen eine umgehende medizinische Betreuung garantiert. Sie beinhaltet Hilfe in Notfällen, Behandlung von vorübergehenden oder chronischen Krankheiten wie z.B. die häufig auftretende Annemie SS, krankheitsvorbeugende Maßnahmen, Betreuung von aidskranken Kindern, von Kindern, die Misshandlungen zum Opfer gefallen sind und nicht zuletzt die Behandlung all jener Krankheiten, die auf Unterernährung zurückzuführen sind. So wurde in Kinshasa ein Vertrag mit unserem neuen Gesundheitszentrum „Moyi Mwa Ntongo“ (Sonnenaufgang) und mit dem nächstliegenden Krankenhaus St. Joseph abgeschlossen. Unsere Kinderärztin Dr. Ester Naweh und der Kinderarzt in Kikwit Dr. Kongolo können gute Erfolge in der Behandlung der Kinder von „Petite Flamme“ mit einem speziellen Präventivprogramm verzeichnen. Auch unsere Augenärztin Dr. Antoinette Mbula, die seit Beginn des Sozialprojektes die Kinder von „Petite Flamme“ betreut, arbeitet weiter mit großem Einsatz und Erfolg in der Behandlung und der Frühdiagnose von Augenleiden.   
Mit der folgenden kleinen Geschichte möchten wir Ihnen ein Beispiel für die Veränderungen geben, die die Kinder durch „Petite Flamme“ erfahren:
In der Nähe der neuen Schule in Kikwit befindet sich ein italienisches Trappistinnenkloster. Das Kloster besteht dort seit langer Zeit. Die Schwestern kennen die Kinder ihrer Umgebung, die bittere Armut, in der sie aufgewachsen sind, und sie hegten große Zweifel an der Intelligenz der Kinder. Eines Tages, so berichteten uns Schwester Barbara und Schwester Patrizia, begegneten sie einer Gruppe unserer Kinder in der Klosterkirche, gut gekleidet in Schuluniform. Die Kinder bemerkten nicht, dass die Schwestern sie belauschten, während sie mit einem großen Kruzifix sprachen. Es waren Gebete in Französisch, die sie in der Schule erlernt hatten, Gedichte und Reime. Als die Schwestern sich den Kindern näherten und sie fragten, was sie denn dort machten, sagten sie: „Wir sprechen mit Jesus in Französisch. Zu Hause versteht niemand diese Sprache, aber Jesus versteht alle Sprachen.“ Die Schwestern waren so sehr überrascht über die persönliche Entfaltung der Kinder, intellektuell und gesundheitlich. Sie waren zu kräftigen Kindern herangewachsen und traten so selbstbewusst auf, dass die Schwestern einfach nur staunen konnten.
Dank Ihrer Hilfe konnte „Petite Flamme“ im vergangenen Jahr für 27 ausgesetzte Neugeborene eine Adoptivfamilie finden. Bewegend ist hier jede einzelne Geschichte. Diese Kleinen, nun umgeben von der Liebe ihrer neuen Familienangehörigen, blühen auf und entwickeln sich prächtig, zu unserer aller Freude.
Ein besonderer Erfolg stellte im vergangenen Jahr die berufliche Förderung unserer Jugendlichen dar. Sechs Jungendliche bestanden die Prüfung als Mechaniker und Taxifahrer, ein Jungendlicher wurde Elektriker, ein anderer Maurer, fünf werden Schreiner. Sieben Mädchen haben den Abschluss in Hauswirtschaft gemacht, acht blinde Jugendliche haben ein Jahr Musik am Konservatorium studiert und träumen nun davon, Konzerte zu geben und ihre erste CD mit selbst komponierten Liedern zu veröffentlichen. Alle Berufsabsolventen haben Grundmaterial für die Ausübung ihres Berufes erhalten. Man kann ihren Stolz und ihre Dankbarkeit kaum in Worte fassen. Matondo, ein taubstummer Junge, hat nun mit der Ausbildung zum Schreiner begonnen, Plustard, ein Junge, den niemand mehr auf die Schulbank bringen konnte, macht nun die Ausbildung zum Mechaniker. Die Jugendlichen werden zu Beginn ihrer Berufsausübung weiterhin von „Petite Flamme“ begleitet: Sie müssen lernen, erste Verdienste zu verwalten, eine Kundschaft anzulocken, das Werkzeug zu pflegen und Verluste einzustecken.
Das Sozialministerium hat endlich eine wichtige Entscheidung getroffen, die vielen Kindern von „Petite Flamme“ Wege in eine neue Zukunft eröffnet. Unsere Kinder, die in ihren früheren Lebensjahren noch nicht zur Schule gegangen sind und in „Petite Flamme“ das Aufholprogramm von 3 Jahren absolviert haben, sind nun zur Abschlussprüfung der sechsten Klasse der Grundschule zugelassen. Bisher haben wir „illegal“ mit Schulleitern benachbarter Schulen verhandelt, aber nun ist der Weg zu weiterbildenden Schulen weit offen. In diesem Jahr wurden 98 Kinder von „Petite Flamme“ zur höheren Schule zugelassen! Zu unserer großen Freude erfuhren wir, dass die Kinder von „Petite Flamme“, die bereits seit einem Jahr die höhere Schule besuchen, zu den Klassenbesten gehörten. Das heißt konkret, dass unsere Kinder in drei Jahren die Grundschule von sechs Jahren aufgeholt haben und nun mit Gleichaltrigen in derselben Klasse lernen. Für diese Kinder bietet „Petite Flamme“ ein Hortprogramm an, mit Schulaufgabenbetreuung, Nachhilfe falls notwendig und einer warmen Mahlzeit. Für das Hortprogramm konnten wir in Kikwit 2 neue Klassenräume errichten.
Eine besonders große Freude war die folgende Entdeckung: Auf dem Grundstück „Petite Flamme“ in Kikwit wurde an zwei Stellen Trinkwasser gefunden. Die Versorgung mit Trinkwasser in Kikwit war in den letzten Jahren zu einem immer größer werdenden Problem geworden. Die einzige Quelle für Trinkwasser ist sehr weit entfernt und ständig so überfüllt, dass immer wieder große Streitigkeiten entstehen, und das Wasserholen zu einem gefährlichen Unternehmen wurde. Um wenigstens den allgemeinen Wasserbedarf, zu decken, hatte „Petite Flamme“ an alle vier Ecken der Schule Zisternen gebaut, die das Regenwasser vom Dach der Schule auffangen. Dank einer besonderen Spende einer unserer neuen Paten in Deutschland können wir nun bald mit dem Brunnenbau beginnen, eine Wasserpumpe erwerben und die entsprechende Wasserleitung legen.
Die neue Schule in Idiofa wurde Opfer eines Orkans: Er deckte das Dach fast völlig ab. Mit dem Einsatz der Familien unserer Kinder wurden noch brauchbare Dachplatten wieder eingesammelt und neu angebracht. Dank einer Zuwendung konnten wir die noch fehlenden Dachplatten ergänzen. „Petite Flamme“ plant, das Grundstück mit Bäumen zu bepflanzen, da dieses Problem in der hochgelegenen Savanne immer wieder auftauchen wird.
Jeder Tag in „Petite Flamme“ bringt neue Anforderungen mit sich, die des täglichen Lebens und die der unvorhersehbaren Notsituationen. Hinzu kommen viele Grundbedürfnisse, die eigentlich so selbstverständlich wären, für die Familien unserer Kinder jedoch nicht selbstverständlich sind. So konnten wir mit Hilfe einer Spende einen Schwung Matratzen erwerben und sie den Familien weitergeben, in denen die Kinder noch nicht auf einer Matratze schlafen.
Für die Beschattung des Innenhofes der Schule „Petite Flamme“ in Masina wurden große Sonnenschirme angeschafft. Sie können nachts eingeschlossen werden.  
 
Dankbar schauen wir auf all das zurück, was wir dank Ihrer Hilfe erreichen konnten. Doch wir haben auch Pläne für die Zukunft: Wir wissen um die Notwendigkeit, die Erziehungsarbeit der Kinder durch eine kontinuierliche und beruflich angemessene Förderung der Lehrer, Erzieher und Sozialarbeiter zu vertiefen und zu konsolidieren. Der Krieg hat schwere Folgen in den Herzen der Kinder hinterlassen. In diesem Jahr haben wir bereits 2 Seminare durchgeführt. Eines dieser Seminare war der Erziehung zum Frieden gewidmet.
 
Zum Zukunftsprogramm gehört weiterhin die sportliche Ertüchtigung. Sie gibt den Kindern die Möglichkeit, sich mit den anderen zu messen, die Stärken des anderen anzuerkennen, verlieren zu können und das Beste von sich zu geben.
Das Angebot einer Theatergruppe, sowie eines Marionettentheaters soll ein weiterer Akzent in unserer Erziehungsarbeit sein. Es soll den Kindern helfen zu lernen, Probleme und Konflikte friedlich zu lösen, ohne Einsatz von Gewalt.
Zu einem großartigen Baustein für die Theatergruppe wurden die Kasperlefiguren, die uns unsere deutschen Paten zukommen ließen. Ihr erster Einsatz in afrikanischem „Outfit“, wurde in den diesjährigen Ferienprogrammen zu einem großen Erfolg! 
Hier nun einige Informationen zur aktuellen Situation der Demokratischen Republik Kongo:
Nach Jahren des Krieges und Elends ist die aktuelle wirtschaftliche Situation weiterhin von großer Unsicherheit gekennzeichnet, mit bitteren Folgen für die Bevölkerung, die seit Jahren ums Überleben kämpft.
Nach letzten Statistiken leben 84 % aller Kongolesen unter dem Existenzminimum und an der Grenze der menschlichen Würde. Sie müssen mit durchschnittlich 0,30 $ pro Tag ihren Lebensunterhalt bestreiten.
86 % aller Familien können es sich nicht erlauben, dreimal am Tag zu essen. Die Kalorienzufuhr pro Person/ Tag beträgt nicht mehr als 1800, während nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Mindestbedarf eines Erwachsenen bei 2300 Kalorien liegt.
  
Hauptursache der Armut ist die Arbeitslosigkeit. 83,6 % der Personen, die mit weniger als einem Dollar am Tag leben müssen, sind arbeitslos. Nach letzten Angaben sind 98 % der kongolesischen Bevölkerung in direkter Weise von der Arbeitslosigkeit betroffen. 72 % aller Berufstätigen gehen so genannten “informellen” Beschäftigungen nach. 
Die Staatsschulden der Demokratischen Republik Kongo belaufen sich auf 10 Milliarden Dollar.
Das Sozialprojekt “Petite Flamme” unterhält folgende Einrichtungen:

Kinshasa :   8 Schulen, Kindergärten, Kinderhort


 Idiofa :        1 Schule


 Kikwit:        2 Schulen


 Kisantu:       1 Kinderhort


 Lubumbashi: Familien begleitende Betreuung


Als positive Entwicklung sind die ersten demokratischen Wahlen in der Geschichte Kongos zu verzeichnen, die im Jahr 2006 stattgefunden haben. Spürbare erste Schritte in der Demokratie werden vollzogen, der Kampf gegen eine institutionisierte Korruption hat begonnen. Die Bevölkerung wartet mit Ungeduld auf die Eröffnung der Arbeit in den fünf angekündigten großen Werkstätten, die das Programm des neu gewählten Präsidenten darstellen: Wohnungsbau, Wasser und Elektrizität, Erziehungswesen, Gesundheitswesen, Straßenbau.   
Die ersten sichtbaren Schritte bringen oft erstmal neue Schwierigkeiten mit sich: In Kinshasa dürfen seit neuem nicht mehr als 5 Personen in einem Personenwagen transportiert werden. Da es aber an ausreichenden Fahrzeugen fehlt, sind die Haltestellen überfüllt und viele Leute gehen einfach zu Fuß.
Häuser, die auf nicht rechtmäßig erworbenem Grundstück erbaut wurden, werden abgerissen. Kleine Märkte, d.h. Tische und Sonnenschirme an Straßenrändern und Plätzen, an denen Brot, Gemüse, Telefonkarten verkauft oder Schuhe oder Uhren repariert werden, dürfen nicht mehr aufgestellt werden, das Angebot eines geeigneter Platz als Ersatz bleibt jedoch aus. Die Folge davon ist, dass die Arbeitslosigkeit nur noch zunimmt.
Die Unsicherheit auf den Strassen, vor allem nachts, hat zugenommen. Im Osten des Landes wächst auf Grund von neuen Kriegsherden die Zahl der Binnenvertriebenen. Im Laufe eines Jahres werden mehr als 4500 Frauen und Mädchen Opfer einer Vergewaltigung.
Die Infrastruktur (Strassen, Schiffsfahrt, Luftfahrt) ist nicht ausreichend und veraltet. Internationale Finanzgeber (BAD, FED, BM, UCOP) bemühen sich um den Wiederaufbau. Lediglich 2 Firmen stellen Zement her, eine davon ist eine staatliche Firma. Die Folge davon ist, dass Zwischenhändler den Preis für 50 kg Zement von 10 $ auf 30 $ anheben. Jeder, der dabei ist, sich mit Mühe, ein kleines Haus zu bauen, bleibt mit seinem Vorhaben bald auf der Strecke.
Viele Bauern im Inneren des Landes konnten aufgrund des Krieges kaum ihre Felder bebauen. Da die Straßen meistens unbefahrbar sind, und nur selten ein Lastwagen vorbeikommt, können sie ihre Ernte, nicht zu den Märkten transportieren. Viele legen lange Strecken mit dem Fahrrad zurück und können nur eine sehr kleine Menge ihrer Produkte zum Markt bringen. Und dann ist Obst und Gemüse nicht mehr frisch.
Nur sehr schwer kann eine Person sich allein aus der Misere herausarbeiten. Ohne eine Starthilfe zu einer beruflichen Aktivität, ist das so gut wie nicht möglich.
In diesem Kontext reiht sich Ihre großzügige Initiative ein: einem Kind zu helfen, damit es zu einem verantwortungsbewussten Erwachsenen heranreift und fähig wird, an der Entwicklung und am Fortschritt der Gesellschaft mitzuarbeiten.
Liebe Paten, Ihnen noch einmal ein frohes Weihnachtsfest und den Segen Gottes für das Neue Jahr!
Im Namen aller Mitarbeiter
DANKE DANKE  DANKE  DANKE  DANKE  DANKE  DANKE  DANKE  DANKE  DANKE  DANKE