Liebe Paten, liebe Freunde, liebe Förderer,
hier habe ich die Informationen aus verschiedenen emails, die mich in diesem neuen Jahr von Edeltraud Strugholtz erreichten, für Sie zusammengetragen. Sie schrieb die Tage:
„Bei unserer gestrige Weihnachtsfeier für Kinder und Familien der Fokolarbewegung in Kinshasa waren um die 1500 Mitglieder, davon allein um die 1000 Kinder.
Unsere Theatergruppe hat die Legende des vierten Königs dargestellt. Unglaublich stark!
Diese Theatergruppe ist dabei, sich professionell aufzustellen, unter der Regie von Constance Mwambisi, die ihr Diplom an der Hochschule für Theaterdarstellungen absolviert hat und nun dabei ist, die Lizenz zu machen. Wir sind sehr stolz auf sie!
Die großen blinden Jugendlichen von “Petite Flamme” haben mit 3 Liedern zum Programm beigetragen. Es war ein sehr bewegender Augenblick.
Constance hat auch ihre Arbeit mit der Theatergruppe in “Petite Flamme”, Programm “Friedenserziehung”, wieder aufgenommen.
Hier ein paar Nachrichten von meinem Besuch in Kikwit:
Alle grüßen Euch ganz, ganz herzlich! Sie haben “ihren Papa und ihre Mama Admiral” nicht vergessen und grüßen stellvertretend durch Euch die deutschen Paten und Spender von Herzen.
Die beiden kleinen Zwillingspaare erschienen gleich am ersten Tag im Outfit von “Papa Admiral!” Welche Freude über die Geschenke!
Doch die Augen von dem weißen Hasen, - so etwas hatten sie noch nicht gesehen! Zur Sicherheit fing Laure immer gleich an zu weinen, wenn sie den weißen Hasen sah und hörte aber genauso schnell wieder auf. Am Ende zog sie sehr glücklich mit ihren Geschenken ab, den Hasen aber überließ sie Laurienne!
Es war eine große Freude, die Dankbarkeit der Eltern von Nicole und Desirée (gemischtes Zwillingspaar) und des Vater von Laure und Laurienne zu erleben.
In Kikoti ist das zweite Schulgebäude fertig gestellt.
Beim Besuch des Trappistenklosters in Kikwit-Kikoti konnten wir Klarheit über den ausstehenden Brunnenbau bekommen. Sie sind inzwischen bei einer Tiefe von 10 Metern und noch nicht auf Wasser gestoßen. Bis zu 13 Metern wollen sie es in der Trockenzeit versuchen. Wenn sie dann nicht auf Wasser stoßen, werden sie den Brunnen als Zisterne benutzen. Für einen Meter bezahlen sie 700 US$!
Für unseren Brunnenbau scheinen die Bedingungen, Wasser zu finden, sehr viel günstiger zu sein. Auf jeden Fall muss mit dem Bau absolut auf die kommende Trockenzeit gewartet werden.
Zurzeit regnet es sehr, sehr stark in Kikwit. Leider haben wir in den letzten Tagen eine sehr traurige Nachricht erhalten:
Ein gewaltiger Wolkenbruch, direkt in Kikwit-Plateau, hat mehrere Menschen, vor allem Kinder, in den Tod gerissen.
Eine Mauer unseres Gehöftes und Schulhofes (Haus des Schulleiters Kuvula) stürzte auch ein. Gemeinsam mit den betroffenen Familien bemüht sich unsere Gemeinschaft vor Ort, in diesem traurigen Moment Leid zu lindern.
Im Camp T. hat es Umstrukturierungen gegeben. Viele der Soldaten sind versetzt worden. Wir haben dort eine tolle Gruppe von etwa 130 Kindern, doch kann niemand voraussagen, wer wirklich bleibt. Wegen des Krieges im Osten gibt es eine große Fluktuation. Wir suchen jetzt alle unsere Kinder und ihre Familien dort auf, forschen nach Informationen. Drei Kinder konnten wir bis jetzt noch nicht erreichen. Das heißt aber erst einmal noch gar nichts. Es war Weihnachtszeit und Ferien. Wir dürfen da nichts überstürzen. Es ist uns mehrfach passiert, dass wir vorschnell Paten gebeten haben, sich für ein anderes Kind zu entscheiden und kurz darauf war es wieder da. Wir werden immer ehrlich berichten!
Was wir gestern hörten, ist allerdings außergewöhnlich:
ein Kind von „Petite Flamme” Mokali ist nach 4 Jahren wieder aufgetaucht! Stellt Euch das vor! Alle
waren ganz bewegt davon, am meisten der Schulleiter, Papa Romain. Ihm standen die Tränen in den Augen. Solche Kinder bekommen natürlich sofort wieder unsere Hilfe und einen Platz bei „Petite Flamme“.
Der Stadtteil Bribano, so berichteten wir im November, ist doch geräumt und die Menschen auf LKWs an den Stadtrand verbracht worden. Unser neues Bribano, dort am Stadtrand, haben sie ja ”Cité d’espoir” (Siedlung der Hoffnung) genannt. Dort werden unsere Kinder nicht so schnell fortziehen, denn die Leute wollen da ansässig werden.
Im alten Bribano, wissen wir noch nicht, wie es weitergeht: es kann evtl. noch einmal eine neue “Aktion” geben! Und dann werden wieder alle Hütten geräumt und die Menschen verfrachtet!
Für die “Cité d’espoir” schicken wir demnächst Datenblätter der Kinder. Bitte versucht, ihnen durch Patenschaften zu helfen! Die Familien dort leben unter “baches” (Zeltplanen), und auch unsere “Schule unter dem Baum” findet unter einer “bache” statt. Wir warten ab, was nun die Regierung für diese Leute tut. Wir wollen eine richtige Schule oder einen “Hangar”, was immer da möglich sein wird.
Hab ganz lieben Dank für die Aufstellung der Spenden und den Abgleich der so freundlichen und großzügigen Spenden der deutschen Paten und Förderer für 2007! Sag allen noch einmal unseren herzlichsten Dank!
Echt toll auch die Hilfe der Steinauer Gitarrengruppe für unsere blinden, musizierenden Kinder!!!
Wir können die Spende sehr gut gebrauchen, auch weil wir u.a. für einige unserer blinden Jugendlichen das Musikstudium finanzieren (an der INA, Institution Nationale des Arts).
Ich werde natürlich auch in Zukunft alle Spenden und Informationen ordentlich eintragen und Euch gleich über die jeweilige Verwendung informieren bzw. auf dem Laufenden halten.
Von der Spende für die Beschattung in Masina bleibt uns voraussichtlich etwas übrig. Sobald wir bescheid wissen, sage ich Euch Genaues. Gerne möchten wir von dem Rest Schulmaterialien und Stoffe für Uniformen kaufen. Wir haben ja auch sehr viele Kinder, die leider (noch) nicht von einer Patenschaft unterstützt werden. Geht das für die Spender in Ordnung?
Ein Blick auf die Kontoeingänge 2007, die wir von unserer Fokolarbewegung Solingen erhielten: An ihnen kann man sehen, wie wertvoll Eure Patenschaften sind! Sie gewähren wirklich die grundsätzliche finanzielle Basis für das jeweilige Kind. Die Kinder von „Petite Flamme“ werden ja bekanntlich bis zum Erwachsenenalter betreut. Die einzige Voraussetzung für eine langjährige Betreuung ist, dass die Kinder für uns erreichbar bleiben. „Petite Flamme“ ist jedoch immer sehr darum bemüht, die Kinder auch dann zu betreuen, wenn sie entfernt von unseren Filialen leben und sucht Wege, Hilfe dorthin zu bringen, wo die Kinder leben.
So erreichte uns diese Tagen ein Dankesbrief einer Familie, die von Kinshasa nach Kalo gezogen ist, etwa 150 km von Idiofa entfernt. Sie erhält dort weiterhin regelmäßig Unterstützung für ihre 5 Kinder. Der Vater schrieb: „Liebe Familie von Petite Flamme, wir sagen „Grüsst Gott“ und wir möchten Sie alle teilhaben lassen an der großen Freude unserer Familie. Mit aufrichtigem Herzen, zusammen mit unseren Kindern, sagen wir Danke für die große Unterstützung, die Hilfe, die wir durch Sie auch hier erfahren.“
An momentanen Ausgaben kommt auch die folgende auf uns zu: Die Mauer in Kikwit, die bei der Überschwemmung einstürzte, muss erneuert werden und ein Rohrbruch in der Parzelle ist unbedingt zu reparieren, damit das Haus wieder fließend Wasser hat.
Vorgestern wurde in unserer Schule in Njili Brasserie der ganze Vorrat an Mais und alle Utensilien der Essenszubereitung gestohlen! So kommt ständig unvorhergesehenes Neues an Ausgaben auf uns zu.“
Damit hoffe ich, Sie alle wieder über unsere Gemeinschaft „Petite Flamme“ ins Bild gesetzt zu haben. Bitte bleiben Sie dabei, bleiben Sie IHREM Kind und/ oder Petite Flamme ein zuverlässiger Partner!
Vielen Dank!
Jule Müller + Henning Bess
P.S.
Dringend gesucht:
Wer hat gute Kontakte zu Firmen oder Vereinen, die uns bei der Friedenserziehung mit Sportartikeln für Mannschaftssport und auch Theaterutensilien helfen können?
Ich werde versuchen, auch dieses Jahr „Petite Flamme“ im Kongo wieder zu besuchen, um unsere gute Zusammenarbeit weiter voran zu bringen, unser aller Kinder zu besuchen und Ihnen über Ihre Hilfe für Projekte zu berichten.
Jule Müller